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Alles Gute Euch allen für 2019!
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Autor Thema: Sicher in den Motorradfrühling  (Gelesen 8213 mal)
Bierfliege.de
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« Antworten #15 am: 23. Oktober 2013, 23:17:36 »

Hahaa - so geil.

Politesse: Wieso fahren Sie ohne Helm?

Fliege: Na, sie fahren ja auch ohne Hörschutz hinter mir her ...

Tchichichii ... Kleiner Scherz zur Auflockerung
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Dan675
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« Antworten #16 am: 23. Oktober 2013, 23:18:30 »

Also mein Blutdruck ist konstant.... Lachen

was bei 220/180 ? Lachen

Also ich mach hier jetzt auch mal einen auf Tauchsieder:

Ich bin da ganz auf Rarogs Seite der Verstand und net das Gesetz sollte entscheiden.
Sonst gibts ja wieder die: "guck mal wie cool ich bin fahr trotzdem mit shorts und shirt"  Triumph64 und die ham zwar dann genauso wenig Verstand wie jetzt aber dann noch nen Anreiz  Triumph67
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j.-tommy
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« Antworten #17 am: 24. Oktober 2013, 00:08:55 »

sacht mal...habt ihr kein bier mehr???  Triumph72 ...
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Viele Grüße!

ich will doch nur spielen...
Bierfliege.de
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« Antworten #18 am: 24. Oktober 2013, 18:12:15 »

Am nahenden Winter vielleicht. Letztes Jahr um die Zeit wurden die Töne auch auf einmal rauher.
Spätherbst als menstruelle Jahreszeit der Herren sozusagen ... grins.
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rarog
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sitz ich drauf gehts mir gut


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« Antworten #19 am: 24. Oktober 2013, 20:11:04 »

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Tigerchen
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Tiger 955i


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« Antworten #20 am: 01. Dezember 2015, 22:07:21 »

Mal wieder etwas Neues aus der Rechtsprechung

Die Richter des OLG Karlsruhe haben in ihrer Weisheit und im Namen des Volkes am 18.08.15 folgendes für Recht befunden:

Leitsatz

    1. Fahren Motorradfahrer einvernehmlich auf der Landstraße in wechselnder Reihenfolge als Gruppe ohne Einhaltung des Sicherheitsabstandes, führt dies zu einem Haftungsausschluss im Hinblick auf diesen Umstand.

    2. Kollidiert der dritte Fahrer mit dem zweiten, nachdem der erste einen Unfall verursacht hat und beide nicht mehr ausreichend bremsen können, hat der zweite gegen den dritten keine Ansprüche aus §§ 7, 17 StVG.


Zunächst der zugrunde liegende Sachverhalt:
A, B, C und D machen eine kleine Ausfahrt  Triumph42. Geschwindigkeit nicht bekannt, aber wohl mind. 60 km/h.
Auf der Landstrasse kollidiert A in einer Kurve mit einem entgegenkommenden Fahrzeug  Triumph60.
Unklar ist, ob B noch anhalten konnte und C dann auf ihn aufgefahren, oder B seinerseits auch gestürtzt ist.
Sollte B es jedoch noch geschafft haben anzuhalten und C ihn dann abgeräumt haben, kriegt B trotzdem nichts von C bzw. dessen Versicherung  Triumph77

Denn: "Ausweislich der Beweisaufnahme ergibt sich, dass die vier Motorradfahrer in einer Gruppe gefahren sind. Dies hat die Zeugin B bekundet, die die Motorradfahrer als Gruppe wahrgenommen hat, außerdem hat der Zeuge C  angegeben, dass alle Motorräder dicht beieinander gewesen seien. (...) Es habe in der Gruppe keine feste Reihenfolge gegeben. Aus diesen Angaben und den Feststellungen des Sachverständigen ist für den Senat eindeutig, dass die Motorradgruppe einvernehmlich den erforderlichen Sicherheitsabstand nicht eingehalten hat. Bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h hätte der Anhalteweg bei bester Bremssituation 29 Meter betragen. Der von dem Zeugen C geschilderte Abstand zu seinem Vordermann betrug allenfalls 5 Meter. Auch der Kläger hielt keinen ausreichenden Sicherheitsabstand zu dem vorausfahrenden Motorradfahrer ein, wie sich daraus ergibt, dass der Sachverständige mit Sicherheit feststellen konnte, dass der Kläger nicht in der Lage gewesen wäre, sein Motorrad hinter dem Unfall vollständig abzubremsen. Dass auch der Beklagte zu 1) keinen ausreichenden Abstand eingehalten hat, folgt neben der Aussage des Zeugen C auch daraus, dass irgendeine Reaktion des Beklagten zu 1) nicht erkennbar ist, er also auf das abbremsende Fahrzeug des Klägers mit einer höheren Geschwindigkeit aufgefahren ist, die allerdings nicht erheblich über der Geschwindigkeit des Klägers lag, wie der Sachverständige festgestellt hat."

Kurz gesagt, unsere vier Motorradfahrer waren ohne Sicherheitsabstand unterwegs  Triumph67.

Hier lässt das Gericht dann seine Lebenserfahrung sprechen:
"Für den Senat stellt sich damit das durchaus im Straßenverkehr vertraute Bild dar, dass Motorradfahrer in einer Gruppe fahren, bei der alle den erforderlichen Sicherheitsabstand nicht einhalten und die Reihenfolge je nach Verkehrssituation und anderen Umständen wechseln kann" (Also ich weiß auch nicht, wo die Herren Richter das beobachtet haben wollen  Zwinker).

Jedenfalls schließt das Gericht hieraus: "Angesichts dieser Situation geht der Senat davon aus, dass alle Beteiligten in der Gruppe einvernehmlich ein besonderes Risiko eingegangen sind, um das entsprechende Gruppenfahrgefühl zu erreichen"  Triumph63

"Gruppenfahrgefühl" ist rechtlich aber eher ungünstig, denn:
"Jedem der Gruppe hätte die gleiche Situation passieren können wie dem Kläger. (...) Sämtliche Teilnehmer der Gruppe nahmen mithin billigend in Kauf, dass entweder sie selbst oder der hinter ihnen fahrende Fahrer bei einer Unfallsituation oder sonstigen Störungen nicht ausreichend bremsen konnte und es mithin zu Schädigungen der anderen Gruppenteilnehmer kommen konnte." Triumph41

Außerdem:
"Im Streitfall war das verabredungsgemäße Fahren im Pulk deshalb besonders gefahrenträchtig, weil damit notwendig und für die Beteiligten erkennbar der weitergehende Verzicht auf die von der StVO vorgeschriebenen Sicherheitsabstände zum Vorder- und Hintermann einherging. Dies bedeutet aber zugleich die Inkaufnahme der damit unweigerlich verbundenen erhöhten Sturzrisiken ..."

Deshalb:
"Liegt mithin eine stillschweigende Vereinbarung der Parteien dahingehend vor, dass eine gemeinsame Regelverletzung, nämlich die Nichteinhaltung des Sicherheitsabstandes erfolgt, ist damit zwingend auch ein Verzicht auf Schadensersatzansprüche aus einer solchen Regelverletzung, ebenso wie Ansprüche aus Gefährdungshaftung gemäß § 7 StVG ausgeschlossen."  Autsch

Kurz gesagt:
1. Unfälle vermeiden!
2. Versuchen, zumindest ansatzweise den Sicherheitsabstand einzuhalten!
3. Im Zweifel sich hinterher nicht beschweren!
4. Unfälle vermeiden

Für die Fahrradfahrer  Triumph51 unter uns: das Amtsgericht Nordhorn hat entsprechend für Fahrradfahrer im Pulk entschieden - auch hier kein Schadenersatz vom Auffahrenden.

Sorry, dass der Beitrag etwas länger wurde, aber ich wollte Euch die wörtlichen Ausführungen des Gerichts nicht vorenthalten bzw. allzusehr verkürzen.

Gute, unfallfreie Fahrt ...  Triumph11
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Elduderino
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« Antworten #21 am: 02. Dezember 2015, 09:28:08 »

sehr interessant  ! danke für den Beitrag !

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« Antworten #22 am: 02. Dezember 2015, 20:22:17 »

Hallo,

habe gerade vor Augen wie die Versicherungen sich wieder mal die Hände reiben.
Gruß!
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Ich finde schon Gehen eine unnatürliche Bewegungsart, Tiere laufen, aber der Mensch sollte reiten oder fahren.
- Gottfried Benn
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Tiger 955i


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« Antworten #23 am: 02. Dezember 2015, 21:47:18 »

Stimmt, es war wohl der Haftpflichtversicherer von C, der hier besonders aktiv war (sich gegen die Berufung verteidigt hat)!
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Tiger 955i


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« Antworten #24 am: 01. Juni 2017, 21:46:49 »

Und mal wieder etwas Neues aus der Rechtsprechung im Namen des Volkes

Sind in Brandenburg Motorradfahrer keine gleichberechtigten Verkehrsteilnehmer?
oder
Auch für Motorradfahrer gilt das Rechtsfahrgebot.

Das Landgericht Potsdam und nunmehr das Oberlandesgericht Brandenburg hatte sich mit der Regulierung folgenden Unfalls zu befassen:

Im malerischen Brandenburg fuhr eine Gruppe von ca. 12 Motorradfahrern auf eine Brücke mit einer Straßenverengung zu Triumph42. Die Brücke wies keinen Mittelstreifen auf, aber auf der anderen Seite das Verkehrsschild 208 mit Zusatzzeichen 1048-12 und 1048-16.

Für diejenigen, bei welchen die Führerscheinprüfung schon ein paar Tage zurückliegt Triumph50:
Es handelt sich dabei um das runde Ge- und Verbotszeichen roter Ring, weißer Hintergrund und mit einem schwarzen Pfeil für die Gegenrichtung und einem roten Pfeil für die eigene Richtung (gibt es umgekehrt noch als Zeichen 308, quadratisches Schild blauer Untergrund und bunte Pfeile). Bei den Zusatzzeichen handelt es sich um die Zeichen für Lkw und Omnibusse.

Trotz dieses Schildes und obwohl bereits einige Motorradfahrer aus der Gruppe die Brücke schon passierten, fuhr ein Omnibus ebenfalls auf die Brücke. Der Busfahrer, bei dem die Führerscheinprüfung wohl auch schon etwas länger zurücklag, ging davon aus, er müsse nur mehrspurigen Fahrzeugen Vorrang gewähren. Schließlich kam es zum Unfall mit unschönen Folgen.  Triumph64

Über das weitere Schicksal des Motorrades der verunglückten Motorradfahrerin Triumph36 (einer Honda NC700X) ist nichts bekannt.
Die Fahrerin selbst erlitt eine Fraktur des linken Schulterblattes mit Nervenschädigung des Oberarmes, eine Fraktur des linken Handgelenkes, eine offene Fraktur des linken Unterschenkels mit knöchernem Substanzverlust und erheblichem Weichteilverlust dritten Grades sowie ein Kompartmentsyndrom im betroffenen linken Unterschenkel. Resultat: Grad der Behinderung von 100 mit einer erheblichen und außergewöhnlichen Gehbehinderung.  Triumph68

Sowohl das Landgericht als auch das Oberlandesgericht haben zwar festgestellt, dass der Busfahrer grundsätzlich wartepflichtig war, allerdings ein Mitverschulden der Motorradfahrerin (Landgericht 20 %, Oberlandesgericht 40 %) festgestellt.
Dies deshalb, weil die Motorradfahrerin ihrerseits gegen das Rechtsfahrgebot der Straßenverkehrsordnung verstoßen hat.  Triumph23
Es konnte zwar nicht abschließend geklärt werden ob die Motorradfahrerin die gedachte Mittellinie der Fahrbahn überschritten hat, wäre sie jedoch ganz rechts gefahren, wie die Motorradfahrer vor ihr, wäre es nicht zur Kollision gekommen.


Bei der Kollision des Busses mit einem Pkw wäre die Haftungsquote sicherlich anders ausgefallen.
Andererseits muss man aber auch einräumen, dass es bei einer Fahrbahnbreite von 7,4 Metern für einen Motorradfahrer möglich sein muss unbeschadet an einem entgegenkommenden Omnibus vorbeizukommen.

(wen es interessiert: LG Potsdam, Urt. v. 21.12.2015 – Az: 6 O 148/14; Brandenburgisches Oberlandesgericht, Urt. v. 02.03.2017 – Az: 12 U 18/16)

Euch allen wünsche ich eine unfallfreie Fahrt  Triumph63
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« Antworten #25 am: 05. Juni 2017, 21:44:11 »

" mit knöchernem Substanzverlust und erheblichem Weichteilverlust dritten Grades" .. auuu. Ihr habt ne komische Umgangssprache in Eurem Geschäft. :O
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Tiger 955i


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« Antworten #26 am: 06. Juni 2017, 22:12:57 »

Ich will ja nichgt behaupten, dass die Juristen sich oftmals nicht auch einfacher ausdrücken könnten, aber diese Passage (wörtlich zietiert aus dem Urteil) stammt sicher aus einem medizinischen Gutachten ==> hier sind die Ärzte "schuld".
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